Ein Erfahrungsbericht über die O-Woche von unserer Erstsemesterin Luisa.

„Ich fange jetzt mit einem Jurastudium in Münster an.“ Mit diesem Satz beantwortete ich die ständig wieder aufkommende Frage meiner Freunde und Bekannten, was ich denn in naher Zukunft studieren wolle und bekam jedes Mal die gleiche Reaktion: Ein Augenbrauenhochziehen, das man gleichsam als anerkennend und missbilligend hätte deuten können und das überflüssige Statement: „ Die Juristen sollen ja ziemlich spießig sein“. Nachdem ich mir das fünf Mal angehört hatte, begann ich etwas daran zu zweifeln, dass ich die richtige Studienwahl getroffen hatte.


An einem sonnigen Montagmorgen ging ich so, etwas eingeschüchtert, zu der Begrüßung der Juraerstsemester an der Aula am Aasee.
Schon bei der ersten Rede unseres Dekans, Professor Doktor Hoeren, wurde ich lockerer und bekam gute Stimmung. Mit Humor brachte er den ganzen Saal zum Lachen und nahm mir das Gefühl, fehl am Platz zu sein.


Wenig später wurden wir dann aufgefordert beim Verlassen des Saals eine Nummer zu ziehen, die uns in Gruppen einteilte, mit denen wir die nächste Woche zusammen Münster näher kennenlernen würden. Schon damit hatte ich nicht gerechnet, denn bis dahin hatte ich von der sogenannte „O-Woche“ (Erstemesterwoch) noch nichts gehört. So zog ich, nichtsahnend, was mich in den kommenden 4 Tagen erwarten würde, die Nummer drei. Dann gesellte ich mich zu drei Studenten aus dem dritten Semester, die ein großes Schild mit der entsprechenden Nummer hochhielten und damit beschäftigt waren Bier und Sekt an die Gruppenmitglieder zu verteilen. Überrascht nahm ich den mir in die Hand gedrückten Sektplastikbecher an und schaute mich auf dem Platz um, der sich langsam mit den Erstsemesterstudenten und ihren neuen Gruppenleitern füllte. Überall wurde gerufen, gelacht, Musik gespielt und erster Smalltalk geführt. Im Laufe der ersten Stadtführung wurde mir immer mehr klar, dass diese Woche noch einiges an Spaß bringen würde.


Recht sollte ich behalten, das merkte ich schon an der am Abend stattfindenden Kneipentour. In eine gemütliche Sitzecke gedrängt und großen Cocktails in der Hand, wurde das Gespräch immer lockerer und es wurden erste Freundschaften geschlossen. Später ging es weiter ins „LeCLub“. Dort war für uns eine Jura-Erstiparty organisiert worden, die sofort im vollen Gange war und bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Dementsprechend lustige Fotos konnte man am nächsten Tag auf der Studenta-Internetseite sehen.

Der Dienstag fing dann ganz ruhig und harmlos an. Wieder zurück am Aasee, wurden wir im Detail über das Jurastudium informiert. Danach nahmen uns unsere O-Gruppenleitern/leiterinnen in Empfang, um uns die Mensen Münsters zu zeigen und gemeinsam mit uns zu essen. Schnell wuchsen die O-Gruppen zu festen Gemeinschaften zusammen, die sich auch außerhalb des Programms miteinander trafen.
Dienstagnacht machten die „Juristen“ die Mensaparty unsicher. Manche konnten schon an diesem Abend die Choreographie des Takata-Tanzes auswendig. Mit dieser wollten wir am folgenden Tag in einem Flashmob ganz Münster beweisen, dass Juristen alles andere als spießig sind. So kam es, dass die halbe Mensa, von den Juristen animiert, plötzlich zu Takata tanzte, sodass sogar der DJ verwundert von seinem Mischpult aufsah.

Am Mittwoch traf man sich mittags zum Grillen, welches jedoch wortwörtlich ins Wasser viel. Es regnete so stark, dass nicht nur der geplante Flashmob ausfiel, sondern auch den meisten der Hunger auf Bratwürstchen verging. Viele wollten sich aber dennoch nicht von ihren mittlerweile ins Herz geschlossenen O-Gruppen trennen und setzten sich gemeinsam in Cafés zusammen. Später wurde auch an diesem Abend wieder gemeinsam gefeiert.