Langsam bekam man sogar als Fremder ein Bild von Münsters Nachtleben und konnte zugeben, dass es hier immer die Möglichkeit und den Grund gibt, gemeinsam eine lustige Nacht zu verbringen.


Demensprechend müde und noch „leicht“ alkoholisiert, war ich am nächsten Morgen fast etwas erleichtert, dass auch die geplante Stadtrallye aufgrund des starken Regens in die nächste Woche verlegt wurde. Ich nutze den Tag, um so viel zu schlafen, dass ich um 18:00 Uhr wieder halbwegs fit bei der UniWiesn‘ mit einer ordentlichen Maß Bier anstoßen konnte. Nach den vergangenen vier Tagen hatte ich das Gefühl, in einer Art Dauerrausch zu sein. Und zwar nicht wegen des Alkohols, sondern, weil ich so viel Spaß hatte.

In der nächsten Woche fand dann die Stadtrallye statt und war wieder ein voller Erfolg. Bei lustigen Spielen wie der Kleiderkette kämpften die O-Gruppen ohne jede Scham um einen noch unbekannten Preis. Dieser sollte uns am nächsten Abend bei der großen Jurastartparty überreicht werden. Auf der Party im Fusion konnten sich die drei Gewinnergruppen schließlich über Freiverzehrgutscheine und VIP-Bereiche im Club freuen. Ausgelassen wurde bis zum nächsten Morgen getanzt und geredet. Es war eindeutig, dass sich bereits jetzt Freundschaften fürs Leben geschlossen hatten. So fragte mich eine Kommilitonin auf dem Nachhauseweg warum es ihr so vorkäme, als würden wir uns bereits seit Jahren kennen. Wir hätten doch nur eine Woche miteinander verbracht. Darauf konnte ich leicht antworten. „Ja, das stimmt vielleicht, aber diese eine Woche war eine der Intensivsten meines Lebens.“

Somit musste ich als mich vorgestern mein Nachbar fragte, wie das Jurastudium denn begonnen habe und ob die Juristen denn nicht so langweilig wären, so breit grinsen, dass dieser etwas verdutzt war. Dann antwortete ich ihm nur: „In Münster zumindest nicht“.