Für Teilnehmer der FFA ist ein Auslandspraktikum obligatorisch, doch auch für alle anderen gilt: Wer seine Pflichtpraktika für die Meldung zum ersten Staatsexamen nicht in der hiesigen Verwaltung oder beim Rechtsanwalt vor Ort ableisten möchte, dem bietet sich eine ungleich spannendere und außergewöhnliche Alternative: Die Behörden und Kanzleien aller Länder dieser Erde stehen dem interessierten Studierenden offen, denn das JPA erkennt nahezu alle juristischen Praktika im Ausland als Ableistung der praktischen Studienzeit an. Voraussetzung ist, dass man von einem Juristen, der mit einem deutschen Volljuristen „vergleichbar“ ist, betreut wird.

In jedem Fall sollte man vor Antritt des Praktikums Rücksprache mit dem JPA halten, um Enttäuschungen, dass ein bestimmtes Praktikum doch nicht anerkannt wird, vorzubeugen Nach Beendigung des Praktikums schickt man einfach die Praktikumsbescheinigung mit der Bitte an das JPA, das Praktikum als juristisches Praktikum im Sinne des JAG anzuerkennen.

Es ist auch gar nicht so schwer, sich selbst um einen Praktikumsplatz im Ausland zu kümmern. Erste Anlaufstelle sollte das Internet sein. Hier liefern Suchmaschinen nach Eingabe bestimmter Schlagwörter Adressenlisten von Kanzleien und Behörden. Gibt man den Suchbegriff in Verbindung mit einem Städtenamen ein, so beschränkt man die Suche auf den gewünschten Ort.

Die erste Kontaktaufnahme sollte per E-­‐Mail erfolgen, da dies Kosten und Zeit erspart. In der E-­Mail stellt man sich zunächst kurz vor und fragt an, ob es grundsätzlich möglich ist, in der Kanzlei bzw. Behörde ein Praktikum abzuleisten. Als Anhang sollte man auch auf jeden Fall seinen Lebenslauf (natürlich auf Englisch) und eventuell noch ein ausführlicheres Bewerbungsschreiben mitschicken. Erhält man keine Antwort, sollte man sich nicht scheuen, einfach eine zweite, freundliche E-­Mail hinterher zu senden. In dieser könnte z.B. darauf hinweisen werden, dass man keine Vergütung für das Praktikum erhalten will und dass man allgemein ein sehr „pflegeleichter“ Praktikant sein wird. Meistens kommt spätestens jetzt eine Reaktion. Alles Weitere hängt ganz vom Einzelfall ab.

Darüber hinaus können sich Studierende an den Career Service der Uni Münster wenden bei Fragen zur Suche nach einem Praktikum im In‐ oder Ausland und der folgenden Bewerbung für ein Praktikum oder eine Stelle. Außerdem gibt es beim Career Service Informationen und Hinweise zu den einzelnen Planungs-­‐ und Realisierungsschritten eines Praktikums.

Career Service Uni Münster
Leitung Andreas Eimer
Anschrift Schlossplatz 3 | 48149 Münster
Telefonnummer +49 251 83­‐30042
E‐Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Es gibt einige Anlaufstellen, über die ihr auch Praktika bekommen könnt, so unter anderem über Leonardo Da Vinci beziehungsweise Erasmus (http://www.leonardopraktika­‐rlp.de/index.php?id=2459&no_cache=1) oder über die DAJV. Bei der DAJV (Deutsch-­‐Amerikanische Juristenvereinigung) handelt es sich um eine deutsche Vereinigung, die sich die Pflege des Kontakts zum amerikanischen Recht und zu den USA zum Gegenstand gemacht hat. Die DAJV führt an verschiedenen Orten in Deutschland – so auch in Münster – Vortragsveranstaltungen durch, führt deutsche Juristen ins amerikanische Recht ein (American Law Introductory Courses – ALICS) und macht Veranstaltungen zum Studium in den USA (Amerikanisches Recht und sein Studium in den USA). Weiterhin gibt die DAJV einen USA‐Studienführer für Juristen, einen Praktikumsführer, einen Orgnisationsratgeber „Rechtsstudium in den USA“, einen „USA-Bewerbungsführer für Juristen“ sowie eine „Law‐School‐Liste“ heraus, die über die Geschäftsstelle in Bonn bezogen werden können (DAJV, Postfach 200442, 53134 Bonn; Tel. 0228-­361376; Fax 0228‐357972; e­‐mail: dajv-­bonn@t-­online.de). Mitglied kann jeder Jurist werden; für Studenten beträgt der Beitrag z.Zt. 20 € pro Jahr). Hier in Münster ist Ansprechpartner Prof. Dr. Heinz‐Dietrich Steinmeyer.