Allgemeine Informationen

Der Schwerpunktbereich 9 „Rechtswissenschaft in Europa“ setzt auf Seminare statt Klausuren, Wahlfreiheit statt vorgegebene Themen, eigenverantwortliches Selbststudium statt Pflichtveranstaltungen. Er ist eher methodisch als inhaltlich ausgerichtet. Damit unterscheidet er sich deutlich von den übrigen Schwerpunktbereichen. Er richtet sich insbesondere an Studenten, die Freude haben, sich im Rahmen von Seminararbeiten vertieft mit Einzelproblemen auseinanderzusetzen. Der Schwerpunkt baut auf einer Beschäftigung mit den Grundlagen des Rechts auf (mindestens ein Seminar und ein sonstiger Leistungsnachweis), doch handelt es sich nicht um einen reinen Grundlagenschwerpunkt. Vielmehr legen die Teilnehmer ihre weiteren Seminare und Veranstaltungen incl. derjenigen Fächer, in denen sie Leistungsnachweise erwerben möchten, eigenständig fest. Hierbei geht es grundsätzlich nicht um Wissenserwerb in dogmatischen Spezialdisziplinen des deutschen Rechts. Deswegen muss mindestens eine Schwerpunktleistung in einem internationalrechtlichen, europarechtlichen oder nichtdogmatischen Fach erbracht werden (grds. aus dem Katalog). Weitere inhaltliche Begrenzungen gibt es nicht. 

Grundsätzlich verlangt der Schwerpunkt die Teilnahme an drei Seminaren. Hier- bei sind zwei reguläre Seminarleistungen zu erbringen (jeweils mit Hausarbeit, Vortrag und Diskussion). Beim dritten Seminar genügt dagegen neben der mündlichen Leistung eine ausformulierte Kurzfassung. Dies ist bei der Anmeldung anzugeben. Dieses dritte Seminar muss aus einem internationalrechtlichen, europarechtlichen oder nichtdogmatischen Fach stammen (grds. aus dem Katalog). Wer drei Seminare besucht, hat darüber hinaus zwei weitere Leistungsnachweise zu erbringen, nämlich einen in einem Grundlagenfach sowie einen in einem Katalogfach (Semesterabschlussklausur). Es ist möglich, das dritte Se- minar (Kurzseminar) durch zwei Ersatzleistungen zu ersetzen. In diesem Fall besteht der Schwerpunkt dann aus zwei Seminaren und vier Klausuren (Ersatzleistungen). Bei dieser Variante müssen insgesamt drei Leistungsnachweise aus den Katalogfächern erbracht werden. 

Es ist möglich, sämtliche drei Seminare in einem Grundlagenfach zu absolvieren. In diesem Fall müssen dann allerdings beide Semesterabschlussklausuren aus einem Katalogfach stammen. Die Semesterabschlussklausur in einem Grundlagenfach entfällt dann. 

Insgesamt müssen die Teilnehmer eigenverantwortlich Lehrveranstaltungen im Umfang von 8 Semesterwochenstunden pro Semester (insgesamt also 16 SWS) besuchen.
Der Schwerpunkt kann in der vorgeschlagenen Variante mit drei Seminaren in zwei Semestern absolviert werden. Mit seinen zahlreichen Wahlmöglichkeiten und Seminaren bietet es sich aber ebenfalls an, den Schwerpunkt zu strecken und parallel zur Wiederholung des Grundstudiums bzw. neben der Examensvorbereitung zu besuchen. Da es keine Pflichtveranstaltungen gibt, ist der Besuch anderer Angebote, auch des Klausurenkurses und des Unirep, neben dem Schwerpunkt sinnvoll und möglich.
Wer Interesse hat, der zunehmenden Verschulung der Universität zu entgehen, eigene Studienschwerpunkte setzen und aus der Teilnehmer- und Beobachterperspektive „Rechtwissenschaft in Europa“ erleben möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

 

 

 

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Allgemeine Informationen 

Der Schwerpunktbereich „Kriminalwissenschaften“ wird mit den Schwerpunktfächern Kriminologie und Strafrecht sowie Wirtschafts- und Steuerstrafrecht angeboten.
In beiden Schwerpunktfächern ist eine Semesterabschlussklausur zu einem Grundlagenfach (2 SWS) und eine häusliche Arbeit in einem Seminar (2 SWS) zu absolvieren. Im Schwerpunktfach Kriminologie und Strafrecht müssen darüber hinaus Semesterabschlussklausuren zu zwei Pflichtveranstaltungen (4 SWS) und zu vier Wahlpflichtveranstaltungen (8 SWS), im Schwerpunktfach Wirtschafts- und Steuerstrafrecht Semesterabschlussklausuren zu drei Pflichtveranstaltungen (6 SWS) sowie drei Wahlpflichtveranstaltungen (6 SWS) bestanden werden.

 

 

 

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Die weit verbreitete Meinung über die Kompliziertheit des Steuerrechts, die Ankündigung immer neuer Reformen und die Größe des Rechtsgebiets verunsichern viele Studierende. Sie haben Angst, sich damit einem höheren Examensrisiko als in anderen Schwerpunktfächern auszusetzen. 

Doch diese Angst ist unbegründet. Zwar ist das Steuerrecht ein anspruchsvolles Rechtsgebiet, aber diejenigen, die sich dafür entscheiden, werden behutsam und Schritt für Schritt in die Grundstrukturen eingeführt. Steuerliche Vorkenntnisse werden bei der Wahl des Schwerpunktfachs nicht vorausgesetzt. 

Das Schwerpunktfach ist stofflich begrenzt auf das Besteuerungsverfahren, dessen Zugang dem jungen Juristen regelmäßig keine Schwierigkeiten bereitet, sowie auf die zentralen Gebiete des Einkommensteuerrechts und Unternehmenssteuerrechts. In der Einführungsvorlesung wird ein Überblick über die Steuerarten gegeben, in das System des Steuerrechts eingeführt, seine Zwecke und Wirkungen erläutert. Vertiefende Veranstaltungen werden von erfahrenen Praktikern aus der Rechts- und Steuerberatung, sowie aus der Justiz gehalten und stehen in großer Auswahl zur Verfügung. Im Einzelnen werden Wahlpflichtfächer zu Grundzügen der Umsatzsteuer, des Konzernsteuerrechts, der Erbschaftsteuer, des Zollrechts, der Verbrauchersteuern, des Steuerstrafrechts und des Europäischen und Internationalen Steuerrechts angeboten. Die Vorlesungen sind von der Größe her überschaubar, auch das erleichtert das Lernen. Ein Teil der Klausuren wird zudem bereits zur Semestermitte angeboten; die Prüfungsbelastung wird auf diese Weise optimal verteilt. 

Ergänzt werden die universitären Veranstaltungen um ein jedes Semester angebotenes Seminar, das regelmäßig außeruniversitär als Blockveranstaltung abgehalten wird. Daneben werden daran interessierten Studierenden zahlreiche weitere Veranstaltungen angeboten, wie etwa vorlesungsbegleitende Übungseinheiten, Praxis-Workshops oder die Teilnahme an einem bundesweiten Moot Court Wettbewerb am BFH. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, sich in einem englischsprachigen Summer Course International Taxation auf dem Gebiet der Besteuerung grenzüberschreitender Sachverhalte zu spezialisieren.

Wer sich für das Steuerrecht entscheidet, wird reich belohnt. Für den Juristen eröffnen sich ganz neue und viel versprechende Berufsfelder und Berufschancen. Neben dem Staatsdienst als Richter oder Verwaltungsjurist ist hier vor allem die anwaltliche Tätigkeit zu nennen. Großkanzleien suchen ebenso wie mittelständisch orientiere Sozietäten ständig Steuerjuristen und stellen diese bevorzugt ein. Nach dreijähriger beruflicher Tätigkeit im Bereich des Steuerrechts besteht die Möglichkeit, den Titel des Fachanwalts für Steuerrecht zu erreichen oder das Steuerberaterexamen abzulegen und sich so weiter zu qualifizieren. 

Wer sich für eine solche berufliche Laufbahn interessiert, kann mit der universitären Ausbildung den Grundstein legen. Auch unmittelbar nach dem Studium wird die Fortbildung im Steuerrecht über den Postgraduierten-Studiengang „Steuerwissenschaften“ der JurGrad ermöglicht. Beim Steuerrecht handelt es sich zudem um ein abwechslungsreiches und spannendes Rechtsgebiet: nahe an der Politik, der Wirtschaft und immer wieder im Zentrum der Wertediskussion in der Gesellschaft. Steuerfragen sind Gerechtigkeitsfragen, mehr als in anderen Rechtsgebieten stellt sich die Frage nach der Gleichheit und Belastungsgerechtigkeit. So ist das Steuerrecht entgegen manchem Vorurteil nicht trocken und technisch, sondern erschließt sich gerade dem wissenschaftlich Interessierten erst in größeren Zusammenhängen. Es verknüpft Problemstellungen des öffentlichen Rechts mit solchen aus dem Zivilrecht und erfordert und fördert damit Systemverständnis, nicht Rechenkünste. Und ist es nicht schön, im ständigen Reformprozess, den die Besteuerungsordnung auszeichnet, mitdiskutieren, den Wirtschaftsteil einer Zeitung besser verstehen und schließlich auch eigene Steuerangelegenheiten besser gestalten und ordnen zu können?

 

 

 

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Allgemeine Informationen 

Im Schwerpunktbereich Staat und Verwaltung steht das öffentliche Recht im Mittelpunkt. Neben der Grundlagenveranstaltung und dem Seminar, das im gesamten Bereich des Öffentlichen Rechts gewählt werden kann, sind für den Schwerpunktbereich die Veranstaltungen Europarecht II und Verwaltungs- und Entscheidungswissenschaft verbindlich. In der Vorlesung Verwaltungs- und Entscheidungswissenschaft werden nicht-juristische Grundlagen von Staat und Verwaltung vermittelt. 

Der Schwerpunktbereich wird in Form von vier Schwerpunktfächern angeboten: Selbstverwaltung, Umwelt und Planung, Verfassung und Öffentliches Wirtschaftsrecht, zwischen denen gewählt werden kann. In diesen Fächern sind dann jeweils zwei weitere Veranstaltungen verbindlich. Im Übrigen be- steht Wahlfreiheit zwischen allen das öffentlichen Recht betreffenden Veranstaltungen. Man kann also zum Beispiel auch Veranstaltungen aus dem Telekommunikationsrecht oder dem Steuerrecht wählen.

 

 

I. Kriterien der Wahl 

Warum sollte nun jemand den Schwerpunktbereich Öffentliches Recht wählen? 

 

1. Arbeitsmarkt 

Arbeitsplätze, für welche die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Schwerpunktbereich vermittelt werden, besonders nützlich sind, gibt es in den Verwaltungen von Bund, Ländern und Gemeinden, bei den anderen Selbstverwaltungsträgern wie etwa den Sozialversicherungsträgern, den Kammern oder den Kirchen, bei den Verwaltungsgerichten, und – soweit das Umwelt- und Wirtschaftsrecht betroffen ist – in Anwaltskanzleien und Unternehmen; hier besteht eine stetige und deutliche Nachfrage. Nachdem die öffentlichen Verwaltungen als die wichtigsten Arbeitgeber lange Jahre nur sehr zögerlich ein- gestellt haben, hat sich die Nachfrage seit einiger Zeit deutlich belebt. Dieser Trend wird schon aus demographischen Gründen anhalten; in den nächsten zwei Jahrzehnten scheiden in jedem Jahr überall mehr Menschen aus dem Arbeitsleben aus als im Jahr zuvor und die Zahl der Berufsanfänger geht kontinuierlich zurück Ohnehin sprechen zwei wichtige Gesichtspunkte gegen das Kriterium Arbeitsmarkt: Erstens kann man den künftigen Bedarf in einzelnen Berufsfeldern praktisch nicht vorhersehen. Zweitens dürfte nach allen Erfahrungen der gewählte Schwerpunktbereich als Einstellungskriterium bei den allermeisten potentiellen Arbeitgebern wenn überhaupt, nur eine ziemlich nachrangige Rolle spielen. Viel wichtiger werden wohl auch in Zukunft die Examensergebnisse, in einigen Bereichen die Promotion oder Sprachkenntnisse, die Auswahl der Referendarstationen und in jedem Fall die Persönlichkeit sein. 

 

2. Interesse an der Sache 

Das beste Auswahlkriterium für den Schwerpunktbereich Öffentliches Recht ist das eigene Interesse am Gegenstand, die Freude an der Sache. Wer etwas gern tut, ist dabei auch erfolgreicher, als wenn er sich zwingen muss. Und das echte, glaubwürdige Interesse an einem Arbeitsfeld ist ein starkes Argument auch für künftige Arbeitgeber. Gerade wenn man aber zum künftigen Berufsfeld noch keine konkreten Vorstellungen hat, sollte man ein Feld aussuchen, das einem Freude macht und einen intellektuell anregt. Der Schwerpunktbereich Staat und Verwaltung bietet sich deshalb erstens für jeden an, der im weitesten Sinne politisch interessiert ist, etwa an der Kommunalpolitik, dem Umweltschutz, Fragen von Staat und Religion oder der Ordnung der Wirtschaft. Hervorragend eignet sich der Schwerpunktbereich aber gerade auch für diejenigen, die solche spezifischen Interessen noch nicht entwickelt haben. Er bietet in einer wohl einmaligen Breite die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Sachbereiche vertieft kennen zu lernen.

 

 

 

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