Allgemeine Informationen 


Die Ausbildung im Schwerpunktbereich 5 – Rechtsgestaltung und Streitbeilegung ist maßgeblich an dem Berufsbild des Rechtsanwalts orientiert. Es werden vertiefte Kenntnisse der typischen Inhalte anwaltlicher Tätigkeit vermittelt, die stets in Bezug zu materiell-rechtlichen Inhalten stehen. Die Studenten sollen u.a. auch erlernen eigenständig rechtsetzend tätig zu werden und bspw. Verträge oder Testamente zu formulieren. Zugleich wird ein Einblick in den „anwaltlichen Alltag“ gegeben. Die erworbenen Kenntnisse kommen zunächst der Arbeit im anwaltlichen Bereich zugute, sind allerdings auch in vielen weiteren Bereichen von Relevanz und anwendbar, wie z.B. im Beruf des Richters. Zielgruppe sind dementsprechend jene Studierende, die zum Anwaltsberuf tendieren, ohne sich jedoch durch diese Schwerpunktwahl bereits zu sehr auf den Beruf des Rechtsanwalts festlegen zu wollen. Daneben richtet sich die Ausbildung auch an diejenigen, die neben der Entscheidung eines Rechtsstreits auch die Gestaltung von Rechtsverhältnissen und die einvernehmliche Streitbeilegung erlernen wollen.

 

Ebenso wie in den anderen Schwerpunktbereichen umfasst die 2-semestrige Ausbildung insgesamt 16 SWS, wobei eine Grundlagenveranstaltung (2 SWS) und ein Seminar (2 SWS) absolviert werden müssen. Für die Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen sind je 6 SWS vorgesehen. 

 

I. Inhalt der Pflichtveranstaltungen                                                                                   

Die Pflichtveranstaltungen werden sämtlich von erfahrenen Anwälten geleitet, was einen hohen Praxisbezug gewährleistet. Den Kern bildet die Vorlesung Rechtsgestaltung (2 SWS). Hier wird zweigleisig zum einen (allgemeine) Methodik der Vertragsgestaltung vermittelt und zum anderen anhand konkreter Gestaltungsaufgaben aus verschiedenen Rechtsgebieten individuelle Vertragsentwürfe erarbeitet. Methodisch wird in der im Wintersemester angebotenen Veranstaltung Rechtsgestaltung ein Einblick in das „Handwerkszeug“ des Vertragsjuristen gegeben, also vermittelt, wie Sachverhalt und Gestaltungsziel des Mandanten erfasst werden und darauf aufbauend durch Beratung und Konzeption von Gestaltungsmöglichkeiten der konkrete Vertrag zu formulieren ist. Als Anwendungsbeispiele werden neben Sachvertragsentwürfen (Kauf, Miete, Schenkung) auch dienst-, arbeits- und maklervertragliche sowie gesellschaftsrechtliche Entwürfe angefertigt. 

Im Sommersemester werden zudem die Veranstaltungen „Vertragsgestaltung im Wirtschaftsrecht“ oder „Vertragsgestaltung im Eherecht“ (je 2 SWS) angeboten.

Die Veranstaltungen „Verhandlungsstrategien und forensische Taktik I und II“ (je 1 SWS) befassen sich insbesondere mit den Besonderheiten der verschiedenen Mandatsformen. So steht beim sog. Verhandlungsmandat die Vorbereitung und Durchführung einer (außergerichtlichen) Verhandlung im Vordergrund, beim sog. Prozessmandat neben der Prozesstaktik auch die Gestaltung der Klageschrift. Die Veranstaltungen „Berufsrecht I und II“ (je 1 SWS) thematisieren die klassischen „organisatorischen“ Probleme der Anwaltschaft, also etwa der anwaltlichen Qualifikationen, Anwaltswerbung, Kooperationsformen von Rechtsanwälten und Mitgliedern sonstiger Berufsstände. 

Stets ist die Vorlesung zur Rechtsgestaltung zu belegen. Da aus dem Bereich der Pflichtfächer aber nur max. 6 SWS anrechenbar sind, besteht bei den einstündigen Veranstaltungen (Verhandlungsstrategien bzw. Berufsrecht) jeweils die Wahlmöglichkeit zwischen den Veranstaltungen I oder II. Die jeweils andere Veranstaltung kann jedoch ebenfalls besucht werden und als Wahlpflichtfach Anrechnung finden. Ebenso muss entweder die Veranstaltung „Vertragsgestaltung im Wirtschaftsrecht“ oder „Vertragsgestaltung im Eherecht“ als Pflichtfach absolviert werden, wobei die jeweils andere Veranstaltung wieder als Wahlpflichtfach angerechnet werden kann. 

Zugleich besteht hierin eine Besonderheit dieses Schwerpunktbereiches: Bei Absolvieren aller genannten Veranstaltungen (also Rechtsgestaltung, Berufsrecht des Anwalts I und II, Verhandlungsstrategien und forensische Taktik I und II und Vertragsgestaltung im Wirtschaftsrecht oder Eherecht) kann zusätzlich das Zertifikat der Zusatzausbildung im Anwaltsrecht erworben werden. 

Daneben besteht neuerdings auch die Möglichkeit, das „Zertifikat für Familienrecht“ zu erlangen. Hierzu sind der Besuch der drei Vorlesungen „Vertragsgestaltung im Eherecht“, „Abstammung, Kindesunterhalt, Adoption und Gewaltschutz“ und „Kindschaftsrecht: Materielle Grundlagen und Verfahren nach dem FamFG“ sowie das Bestehen der jeweiligen Abschlussklausur erforderlich.

 

II. Fazit 

Der Schwerpunktbereich 5 ist zwar grundsätzlich auf die anwaltliche Tätigkeit zugeschnitten, aber keineswegs nur für dieses Berufsfeld von Bedeutung. Denn zum einen wird durch zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten im Bereich der Wahlpflichtfächer eine große Vielfalt an individueller Gestaltung und Unterschwerpunktsetzung ermöglicht. Zum anderen werden Fähigkeiten vermittelt, die bei jeder juristischen Tätigkeit von Relevanz sind. 

 

 


Hinweis: Weitere Informationen stehen unter http://www.jura.uni-muenster.de/index.cfm?objectId=833CFC35-92B5-6D10-87CDA55AE4E82981 bereit.  

 

— Die Schwerpunktinfobroschüre SS 2015 mit vielen weitergehenden Informationen zu den einzelnen Schwerpunktbereichen ist jetzt in der Fachschaft oder als PDF hier online verfügbar! —