Allgemeine Informationen 

Im Schwerpunktbereich Staat und Verwaltung steht das öffentliche Recht im Mittelpunkt. Neben der Grundlagenveranstaltung und dem Seminar, das im gesamten Bereich des Öffentlichen Rechts gewählt werden kann, sind für den Schwerpunktbereich die Veranstaltungen Europarecht II und Verwaltungs- und Entscheidungswissenschaft verbindlich. In der Vorlesung Verwaltungs- und Entscheidungswissenschaft werden nicht-juristische Grundlagen von Staat und Verwaltung vermittelt. 

Der Schwerpunktbereich wird in Form von vier Schwerpunktfächern angeboten: Selbstverwaltung, Umwelt und Planung, Verfassung und Öffentliches Wirtschaftsrecht, zwischen denen gewählt werden kann. In diesen Fächern sind dann jeweils zwei weitere Veranstaltungen verbindlich. Im Übrigen be- steht Wahlfreiheit zwischen allen das öffentlichen Recht betreffenden Veranstaltungen. Man kann also zum Beispiel auch Veranstaltungen aus dem Telekommunikationsrecht oder dem Steuerrecht wählen.

 

 

I. Kriterien der Wahl 

Warum sollte nun jemand den Schwerpunktbereich Öffentliches Recht wählen? 

 

1. Arbeitsmarkt 

Arbeitsplätze, für welche die Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Schwerpunktbereich vermittelt werden, besonders nützlich sind, gibt es in den Verwaltungen von Bund, Ländern und Gemeinden, bei den anderen Selbstverwaltungsträgern wie etwa den Sozialversicherungsträgern, den Kammern oder den Kirchen, bei den Verwaltungsgerichten, und – soweit das Umwelt- und Wirtschaftsrecht betroffen ist – in Anwaltskanzleien und Unternehmen; hier besteht eine stetige und deutliche Nachfrage. Nachdem die öffentlichen Verwaltungen als die wichtigsten Arbeitgeber lange Jahre nur sehr zögerlich ein- gestellt haben, hat sich die Nachfrage seit einiger Zeit deutlich belebt. Dieser Trend wird schon aus demographischen Gründen anhalten; in den nächsten zwei Jahrzehnten scheiden in jedem Jahr überall mehr Menschen aus dem Arbeitsleben aus als im Jahr zuvor und die Zahl der Berufsanfänger geht kontinuierlich zurück Ohnehin sprechen zwei wichtige Gesichtspunkte gegen das Kriterium Arbeitsmarkt: Erstens kann man den künftigen Bedarf in einzelnen Berufsfeldern praktisch nicht vorhersehen. Zweitens dürfte nach allen Erfahrungen der gewählte Schwerpunktbereich als Einstellungskriterium bei den allermeisten potentiellen Arbeitgebern wenn überhaupt, nur eine ziemlich nachrangige Rolle spielen. Viel wichtiger werden wohl auch in Zukunft die Examensergebnisse, in einigen Bereichen die Promotion oder Sprachkenntnisse, die Auswahl der Referendarstationen und in jedem Fall die Persönlichkeit sein. 

 

2. Interesse an der Sache 

Das beste Auswahlkriterium für den Schwerpunktbereich Öffentliches Recht ist das eigene Interesse am Gegenstand, die Freude an der Sache. Wer etwas gern tut, ist dabei auch erfolgreicher, als wenn er sich zwingen muss. Und das echte, glaubwürdige Interesse an einem Arbeitsfeld ist ein starkes Argument auch für künftige Arbeitgeber. Gerade wenn man aber zum künftigen Berufsfeld noch keine konkreten Vorstellungen hat, sollte man ein Feld aussuchen, das einem Freude macht und einen intellektuell anregt. Der Schwerpunktbereich Staat und Verwaltung bietet sich deshalb erstens für jeden an, der im weitesten Sinne politisch interessiert ist, etwa an der Kommunalpolitik, dem Umweltschutz, Fragen von Staat und Religion oder der Ordnung der Wirtschaft. Hervorragend eignet sich der Schwerpunktbereich aber gerade auch für diejenigen, die solche spezifischen Interessen noch nicht entwickelt haben. Er bietet in einer wohl einmaligen Breite die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Sachbereiche vertieft kennen zu lernen.

 

 

 

— Die Schwerpunktinfobroschüre SS 2015 mit vielen weitergehenden Informationen zu den einzelnen Schwerpunktbereichen ist jetzt in der Fachschaft oder als PDF hier online verfügbar! —